Mittwoch, 19. Oktober 2016

Die Liebe meines Lebens

Ich war 16 als ich mich geoutet habe. Viele Beziehungen oder so hatte ich nicht um Vergleichsmöglichkeiten zu haben, aber ich hatte damals viele Freunde die lesbisch waren.
 Vielleicht hat mich das unbewusst beeinfluss? Ich weiß es nicht. Nachdem es mit meiner Exfreundin dann zu Ende war, habe ich viel nachgedacht. 
Mir kam immer mehr in den Sinn es einfach mal mit einem Mann probieren zu wollen. Meine Ex war einfach zum abgewöhnen von Frauen :D

Denn man muss dazu sagen, da ich mich so früh geoutet hatte, war ich im Bezug auf Männer noch absolute Jungfrau ;) Das wollte ich ändern. Nicht nur wegen Sex, sondern allem. Ich will Kinder, eigene und Heiraten in der Kirche. Das volle, spießige Programm. 
Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Frisch getrennt und komplett gelöst von meiner Ex hatte ich dann Dates. Unzählige.
Denkt jetzt bitte nicht ich sei eine Schlampe, ich hab nicht mit diesen Männern geschlafen!! Ich bin da, wie schon erwähnt, spießig. Ich muss einen Menschen lieben, oder verliebt sein, um das zu tun. Ich wäre nie ein Typ für ONS.

Das ging viele Monate so. 1-2 Dates in der Woche. Alle waren nichts.


Bis zum 23.04.2015 (ein Mittwoch). Ich war, peinlich peinlich, bei Lovoo angemeldet und hab dann Khuni dort entdeckt. Wir haben Stunden miteinander geschrieben und eigentlich gar nicht mehr damit aufgehört. Er wollte mich unbedingt am gleichen Abend noch treffen aber ich wollte das erst Sonntags. Da ich an diesem Tag noch arbeiten musste und sonst direkt nach der Arbeit zu ihm hätte gehen müssen, und das ungeschminkt. 
Und ich würde NIE ungeschminkt zu einem Date gehen. Will ja nicht gleich die Person verschrecken. Er hat mich so lange "bearbeitet" bis ich also dann doch nachgegeben habe. Natürlich bin ich nach der Arbeit doch noch schnell nach Hause, hab die Katzen versorgte und mich doch noch etwas geschminkt. 
So, dann stand das treffen an. Ich kam zu ihm nach Hause, lernte nach einer Minute direkt seine Mutter kennen, mit der wir dann sogar direkt auf der Terrasse saßen und geraucht hatten.
Danach sind wir in sein Zimmer, zwei Stockwerke weiter nach oben und .. wow. Ich hab an diesem Abend einfach so viel geredet und von mir Preis gegeben. 
Weil ich diesem Mann sofort vertraute, sofort eine Verbundenheit da war und es "Liebe auf den ersten Blick" war. Ich dachte tatsächlich, das würde niemals bei mir geschehen. Ich bleib direkt 3 Tage am Stück bei ihm, war nur weg, wenn ich arbeiten musste oder meine Katzen versorgen musste. Wir waren ab dem ersten Tag unseres Treffens zusammen. 
Nur 1 1/2 Monate nachdem wir zusammen waren, habe ich meine Wohnung aufgegeben und bin bei ihm eingezogen. 
Hier wohne ich jetzt mit meinen Katzen bereits also seit etwa 1 Jahr und 3 Monaten. Und ich bereue nichts davon. Denn ich liebe diesen Mann abgöttisch. Man könnte wirklich sagen, er ist die Liebe meines Lebens. 
Der Mann, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. 
Den ich heiraten und mit ihm Kinder bekommen möchte.
Er zeigt mir, was Liebe bedeutet. Was es bedeutet, immer füreinander da zu sein und hinter einem zu stehen. Das wir diesen Weg jetzt gemeinsam bestreiten, nie wieder alleine. 

Ich kann ganz einfach sagen: Ich bin glücklich und angekommen. ♥

Samstag, 15. Oktober 2016

Zerstörtes Vertrauen

"Du schreibst einen Eintrag über deine Ex? Bist du etwa noch nicht über hinweg?"

Dieser Blogeintrag hat zwar mit meiner Ex-Freundin an sich zu tun, aber nicht damit, das ich nicht darüber hinweg bin und sie mir fehlt. Das tut sie definitiv nicht.

Hier geht es darum, wie diese Person es geschafft hat, in 2 1/2 Jahren mein komplettes Vertrauen in die Menschheit zu zerstören.
Nennen wir meine Ex in diesem Eintrag einfach mal .. "R" - sonst verwirre ich euch vielleicht noch.

Wir haben uns damals über Animexx kennengelernt. Viel SMS geschrieben und telefoniert. Das ganze kennenlernen ging etwa 1 1/2 Monate, dann kamen wir am 5.11.11 zusammen. Es war alles super, total verliebt und das ganze bla bla. Dann meinte sie zu mir sie hätte gerne wieder Kontakt zu ihrer Ex-Freundin, weil sie noch ein paar Dinge mit ihr zu klären hätte. Danach wolle sie keinen Kontakt zu ihr pflegen, eben nur etwas klären. Gut, das war für mich in Ordnung, denn ich war nicht eifersüchtig und habe ihr zu 100 % vertraut.

Doch irgendwann bemerkte ich, wie tief dieser Kontakt ging. Das er weiter bestand und täglich war. Den ganzen Tag immer wieder SMS ausgetauscht wurden oder auf Twitter geschrieben wurde. Es ging so weit, das besagte Ex von ihr sogar schrieb "Lass uns doch Freund mit gewissen Vorzügen sein?!" R hat nichts dagegen getan. Mir zwar davon erzählt, aber weiterhin den Kontakt zu ihrer Ex gehalten. Mir irgendwann auch gesagt, ihre Ex sei ihr momentan wichtiger als ich, da die beiden einfach mehr gemeinsame interessen hätten. Klar, wir hatten anfangs nicht viel gemeinsam, aber es kam im Laufe der Zeit immer mehr dazu, was uns verband!

Ihre Ex beleidigte mich sogar, und R tat absolut nichts dagegen!

Jeden Tag konnte ich nachlesen, was die beiden auf Twitter schrieben. Sie flirteten schon fast. Ob Spaß oder Ernst, war einfach nicht zu erkennen. Da es so sehr weh tat das immer zu lesen, löschte ich sogar meinen Twitter Account. Lieber die Augen verschließen. Etwas, das ich schon immer gut konnte.

Ich weinte täglich, weil mich mittlerweile die Eifersucht zerfraß und dieser Gedanke, das ich wohl einfach nur zweite Wahl war. Also stellte ich R vor die Wahl. Entweder ich, oder ihre Ex. Einer von beiden. Nicht beide.

Irgendwas musste sich einfach ändern, denn wir stritten wirklich täglich!

Ohne dieses Ultimatum wäre ich kaputt gegangen. Das es danach nur noch schlimmer werden würde, das hätte ich nie für möglich gehalten. 
Doch eins nach dem andern.
Sie entschied sich für mich und sagte, sie würde den Kontakt zur Ex abbrechen. Behauptete sogar, ihren Twitteraccount zu löschen.

Hahahahaha, das ich überhaupt irgendwas davon geglaubt habe.

Natürlich hatte ich mich riesig darüber gefreut. Nur vertrauen konnte ich der Sache noch nicht ganz, aber ich verdrängte alle schlechten Gedanken einfach. 

Im nachhinein betrachtet muss ich sagen, zu dem Zeitpunkt hatte unsere Beziehung schon einen riesen knacks erlitten, aber huch, welche Überraschung, ich verschloss schon wieder die Augen vor allem.
Sogar davor, das ihre beste Freundin auf R stand, ich das wusste und R auch. Und sich da schon fast das gleiche abspielte, wie bei der Ex.

Fast 2 Jahre nachdem wir zusammen gekommen waren, sind wir dann in unsere eigene Wohnung in ihrem Heimatort gezogen. Knapp 100km von meiner Heimat entfernt.

Ich dachte das Heimweh würde sich bestimmt nach einiger Zeit legen, aber dem war nicht so. Ich verdrängt es, wie alles, aber innerlich tat es einfach nur schrecklich weh, so weit von zu Hause entfernt zu sein. 

Denn auch in der gemeinsamen Wohnung wollte unsere Beziehung einfach nicht besser laufen, da hätte ich meine liebsten einfach in der Nähe gebraucht.

Durch Zufall nämlich, da ich mich wieder bei Twitter anmeldete, hab ich gesehen das meine Ex noch immer angemeldet war. Seit über einem Jahr weiterhin den Kontakt zu ihrer Ex hielt und mich über ein Jahr einfach nur kackendreist angelogen hatte. 
Vertrauen? Gab es ab da keins mehr. Das war weg. Ich lies sie absolut nicht mehr an mich ran. Körperlich und emotional nicht. Doch hatte ich Angst Schluss zu machen, da ich sonst komplett ohne Wohnung dastehen würde. Also versuchte ich irgendwie, diese Gefühle für sie wieder zubekommen. Mich wieder in sie zu verlieben. 

Aber es ging nicht. Ich war ca. im Oktober/November 2013 nicht mehr in sie verliebt. Ich hab ihr das nicht gesagt, ich weiß das war unfair.
Januar 2014 habe ich dann aber reinen Tisch gemacht und R gesagt, ich sei mir meiner Gefühle nicht mehr sicher und müsste mir darüber erstmal klar werden. 

Aus dem Grund wollte ich über das Wochenende zu meinen Eltern gehen, einfach abschalten.
Ich kam allerdings am nächsten Tag wieder nach Hause, nachdem ich ein ausführliches Gespräch mit Mama und meiner Schwester geführt hatte, und nun einiges mit R zu klären hatte.

Die sagte mir aber beim eintreten dann, sie hätte sich in ihre beste Freundin verliebt und sich bisher einfach nicht getraut, es mir zu sagen!!

Ich war am Boden zerstört. Nicht, weil ich noch Gefühle für sie hatte, nein, ich fühlte mich einfach betrogen!

Es geschahen noch einige Dinge, relativ unwichtige Dinge dazwischen mit viel hin und her, bis ich anfang April 2014 dann entschied Schluss zu machen. Endgültig.

R beschloss zu dem Zeitpunkt doch um mich zu kämpfen, aber ich lies mich nicht drauf ein. Die Gefühle waren schon vor Monaten erloschen.
Schlussendlich zog ich vorrübergehend zu meinen Eltern, bis ich eine eigene Wohnung gefunden hatte.

Diese Geschichte ist der Grund, weshalb ich in Beziehungen so schwer vertrauen kann. Mir wurde oft gesagt, es wäre nichts um sich sorgen zu machen, aber an R sieht man ja, das ich mit meinen befürchtungen Recht hatte. 

Mein Gefühl hat mich nicht im Stich gelassen.
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Heute, gut 2 1/2 Jahre nach der Trennung geht es mir gut. Ich lerne ganz langsam, meinem jetzigen Partner in ALLEN punkten zu vertrauen. Ich weiß er würde mich nie betrügen. Mein Gefühl sagt mir das einfach. Ich bin froh um die Sache mit R. Denn ich konnte an den Erfahrungen wachsen.

Freitag, 8. Januar 2016

Veränderung

Mobbing verändert die Menschen. 

Hatte man zuvor noch zumindest etwas Selbstbewusstsein, dann war das danach komplett zerstört. Man selbst war kaputt.

So geht es mir. 

Das Mobbing in der Hauptschule und auch in der Ausbildung hat mich verändert.
Ich bin unsicher, zweifle ständig an mir. Traue mich nicht zu sagen, was ich denke. Ich halte lieber 
meine Klappe. Im privaten wie auch im beruflichen Umfeld.
Ich traue den Menschen nicht mehr zu 100%, so wie ich es zuvor tat. Ich denke immer, gleich tu ich etwas, das nicht richtig ist, dann geht alles wieder von vorne los.

Seit der Ausbildung habe ich Angst vor jedem Job, vor jedem Fehler den ich dort machen könnte. Denn was ist, wenn ich wieder so behandelt werde, wie damals von meiner ehemaligen Chefin?
Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich zur Zeit arbeitslos bin. In den Einzelhandel möchte ich nicht mehr, weil mich das so fertig macht, da ich IMMER an die Ausbildung zurückdenke. Ich verbinde den kompletten Einzelhandel mit dieser schrecklichen Zeit.
Doch was tun, wenn nicht EH? Ich kann nur das. 

Denkt daran, wenn ihr einen Menschen schlecht behandelt
Es könnte ihn verändern, für immer. Es könnte ihn mehr verletzen, als ihr denkt. Ihr zerstört mit Mobbing und Hass so verdammt viel. 

Mobbing Part 2

Part 2


Wir schreiben das Jahr 2008. 
Nachdem ich die Hauptschule abgeschlossen hatte, bekam ich zum Glück auch direkt eine Ausbildungsstelle. Am 01.09 hab ich meine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei REWE begonnen. Anfangs war einfach alles super. Ich hatte wahnsinnig viel Spaß, wahnsinnig tolle Kollegen und eine echt super Chefin. Mit dieser hatte ich sogar privat was gemacht. Wir waren zusammen mit ihrem Mann sogar bei einem Fußballspiel. Die Harmonie hat ungefähr bis ins zweite Lehrjahr angehalten. Dann plötzlich veränderte sich die Chefin. Sie mobbte einfach alles und jeden, egal ob jung oder alt, egal ob die Mitarbeiter schon Jahre angestellt waren oder erst kürzlich zum Unternehmen kamen. Auch ich wurde nicht verschont, besonders ich nicht, sollte ich sagen. Es reichte schon aus, wenn man nicht eine Minute nach dem verräumen der Ware den Lieferschein kontrolliert hatte. ZACK! Man wurde regelrecht angeschrien, wieso das nicht unverzüglich erledigt wurde. Das man noch einen etwas längeren Weg von Kühlung bis zum Büro brauchte um es zu kontrollieren, das war völlig egal. 
Nehmen wir mal Samstags als Beispiel. Jeder kennt das doch, Samstags ist in Supermärkten die absolute Hölle los. Jeder Verbraucher, der unter der Woche nach der Arbeit nur das nötigste kaufen wollte, nutz also den Samstag um wie Vorräte wieder aufzufüllen. Dementsprechend ist natürlich für uns Mitarbeiter auch an der Kasse viel los.
Wurde eine 2. oder 3. Kasse gerufen, wurde die 1. Kassiererin angemeckert, sie sollte doch ihren Arsch bewegen und schneller kassieren. Und all das wurde VOR den Kunden gemacht. Man wurde geradezu bloßgestellt. Es war einfach nur peinlich, denn die Kundschaft schaute einen dann natürlich mitleidig an.
Man konnte nichts dazu, wenn man 2. oder 3. Kasse war, aber laut der Chefin schon. Auch dafür wurde man dann angeschnauzt, direkt vor der Kundschaft.
So war es immer. Es wurde nicht im Büro unter 4 Augen geklärt, nein, sie machte es immer vor der Kundschaft. Das war mehr als nur erniedrigend.

War man krank, wurde man am Telefon angeschrien, man solle sich nicht so anstellen. Es wäre egal ob ich fast 40 °C Fieber hätte, damit könnte ich ja zumindest an die Kasse gehen.
VERDAMMTE SCHEIßE, WIR ARBEITEN MIT OFFENEN LEBENSMITTELN! 
Sollte ich etwa jeden anstecken?? Das ging das letzte Ausbildungsjahr immer so weiter, sie mobbte uns, wo sie nur konnte.
Als es mir reichte, hatte ich dem Bezirksleiter davon erzählt. Aber welch Überraschung, er glaubte mir nicht, denn die Chefin war sein absoluter Liebling.
Ich war verzweifelt. Mehrmals drauf und dran, die Ausbildung abzubrechen. 
Aber ich zog es durch. Ich arbeitete sogar nach meiner Ausbildung noch weitere zwei Jahre dort. Erst als meine Chefin wegen Burn Out ausfiel, traute ich mich zu kündigen. Sie war ja nicht da und bekam es nicht mit. Ich hatte noch 4 Wochen, bevor ich endlich verschwinden konnte.
Nur leider hieß es dann, sie kommt wieder zurück. Also ließ ich mich 3 Wochen aufgrund von Mobbing krankschreiben und war weg.

Seitdem hab ich sie nie wieder gesehen.



Donnerstag, 7. Januar 2016

Abschied

Der schlimmste Abschied für mich kam 2007.
Es hat Ende 2006 angefangen. Meine Tante Moni, wie eine zweite Mutter für mich, ging mit starken Schmerzen im Nierenbereich zum Arzt. Ihr wurden Nierensteine diagnostiziert. Davon gingen dann natürlich auch alle aus, denn man denkt einfach nicht daran, das Ärzte sich irren oder eine Fehldiagnose machen. Tja, davon geht man aus .. Nachdem es sich ziemlich lange gezogen hatte mit den Schmerzen, bestand meine Mutter darauf, das Moni in die Röhre muss. Sie hat die Ärzte schon fast dazu gezwungen. Gut, Moni bekam dann auch eine Überweisung und hatte schnell einen Termin in der Klinik ..
Ich weiß es noch genau, so als wäre es gestern gewesen. Ich war gerade in meinem Zimmer und las ein Buch, als Mama und meine Schwester Jessy rein kamen, Mama mit verquollenen Augen und sagte, wir müssen reden. Es kam dann noch meine Schwester Sabrina dazu und dann saßen wir da, starrten Mama an, warteten gespannt darauf, was denn so schlimmes passiert sei. 

"Moni hat Krebs. Bauchspeicheldrüsen Krebs. Man kann nichts dagegen tun. Wenn sie, wenn wir alle Glück haben, dann lebt sie vielleicht noch ein Jahr." 

Es war ein Schock. Niemand wusste, was man jetzt am besten sagen sollte, wie am besten reagieren. Natürlich weinten wir viel, denn Moni war irgendwie auch so ein Mittelpunkt der Familie. Jeder liebte sie einfach. Mit ihren rot gefärbten Haaren, die sie immer schön gestylt hatte, war sie unsere Sonne. Immer gut drauf und auch immer für jeden da! 
Am Anfang ging es ihr noch relativ gut, doch es gab auch sehr viele Tage, an denen sie einfach nur im Bett lag und nichts tun wollte. Es war einfach alles zu anstrengend. Moni wollte zuhause gepflegt werden, im gewohnten Umfeld, bei ihren geliebten Menschen. Meine Schwester Sabrina und meine Patentante kündigten ihre Jobs und pflegten ab dem Zeitpunkt meine Tante. So sehr liebten wir sie. Wir hätten alles getan, um sie glücklich zu machen. Sie sollte die Zeit die ihr noch blieb so "schön" wie möglich verbringen können. Wenn ich mit meinen 14 Jahren nicht gerade voll und ganz in der Schule eingespannt war, dann war ich auch immer bei ihr. Zum Glück wohnte sie nur eine Ortschaft nebendran. Wir aßen zusammen zu Abend, schauten TV oder lenkten sie einfach mit Geschichten und alltäglichen Geschehnissen von ihrem Leid, ihren Schmerzen ab. Bei Moni waren immer ihr Mann und ihre drei Kinder, meine Eltern und Schwestern und meine Patentante. Sie war nie alleine. Ich habe diesen Zusammenhalt bewundert. Natürlich musste jeder immer sehr Stark wirken, doch wenn wir ehrlich sind, dann ist jeder mehr als nur einmal zusammengebrochen, als die Tür ins Schloss fiel. 

Was ich außerdem noch liebte war, was wir als Familie und die komplette Verwandschaft taten, um sie lächeln zu sehen.

Wir kauften ihr einen Stern am Himmel, überreichten ihr die "Urkunde" davon und dazu lief von DJ Ötzi "Ein Stern." Ich kann das Lied bis heute nicht hören, ohne zu weinen. 
Wir haben große Laternen angezündet, Wünsche aufgeschrieben und diese zusammen in den Himmel entschweben lassen. Wir haben für sie den Garten komplett umgegraben und eine wunderschöne Terrasse gebaut, auf der sie bei schönem Wetter immer in der Sonne sitzen konnte. 
Natürlich wollten wir viele schöne Dinge haben, an die wir uns noch erinnern konnten.

Doch dann kam der 29.07.2007.

Ich kam gerade von einem Geburtstagswochenende eines Freundes zurück, als meine Mama meinte, sie würde mich abholen, Moni geht es nicht gut.
Dort angekommen sah ich, was sie mit "nicht gut" meinte. Moni lag in einem art Wachkoma. Noch irgendwie anwesend, aber irgendwie auch nicht.
Sie hörte uns, aber reagierte nicht. Für mich war es unbegreiflich, wie es ihr nur jetzt so schlecht gehen konnte. Ein Woche zuvor meine der Arzt es würde bergauf mit ihr gehen! Wieso ging es ihr dann jetzt so schlecht?
Abends kam ein Arzt vorbei und sagte uns, sie würde die Nacht nicht überstehen, wir sollten uns verabschieden. Das taten wir.
Alle verließen den Raum, saßen vor dem Haus auf der Mauer oder auf der Treppe. Einzeln gingen sie rein, sprachen mit ihr, verabschiedeten sich.
Dann kam ich an die Reihe. Da ich mich alleine nicht traute, kam meine Mama mit. Sie blieb an der Tür stehen und ich ging zu Moni ans Bett. Ich kann noch auswendig, was ich zu ihr gesagt habe

"Hey .. Du hast es jetzt geschafft, bald bist du erlöst. Du kannst Alexandra Gesellschaft leisten, dann ist sie nicht mehr so alleine. Du warst die wundervollste Tante, die man sich je wünschen konnte. Hoffentlich sehen wir uns irgendwann wieder. Ich hab die so, so lieb, Moni."

Noch nie ist mir in meinem Leben etwas so schwer gefallen. 
Wer Alexandra ist? Das war ihre Tochter, meine Cousine. Ich kannte sie nicht, denn Alexandra kam mit einer Behinderung auf die Welt und verstarb bereits mit 2 Jahren.
Moni schaffte nicht nur diese Nacht, nein, sie schaffte es bis zu der Nacht vom 31.07.2007.

Kurz nach 0 Uhr, am 01.08.2007 hörte Moni auf zu atmen. 
Man gab ihr ein Jahr, doch nach 4 Monaten verlor sie ihren harten Kampf.

Moni, meine wundervolle Tante. 
Um noch einmal an sie zu denken, höre ich das Lied von der Beerdigung.

Moni, du fehlst mir so sehr.



Mobbing

Part 1 

Es hat in der Hauptschule angefangen. Ich gehörte nicht gerade zu den beliebten Schülern. Im Gegenteil. Ich hatte Pickel, eine Zahnspange, dunkelblonde Haare die sich immer gekräuselt haben und trug auch nicht gerade Markenklamotten. Auf Partys ging ich auch nicht, rauchte nicht und war eher der schüchterne Typ. Zu meinen Freunden gehörten die anderen "Außenseiter." Wir hingen in den Pausen zusammen rum und waren füreinander da. Doch das half alles nicht wirklich viel, als Alper, ein Mitschüler begann mich zu hänseln. Es hat relativ "harmlos", so nennen es zumindest andere, angefangen. Er zog mir im Flur die Hose runter und rannte weg. War für mich schon die absolute Hölle, doch das sahen alle als übertrieben an. Mir war es peinlich, sehr peinlich. Alle lachten mich aus, die dabei waren. Denn nicht nur er mobbte mich, auch andere fingen hin und wieder an, mitzumachen. 
Es ging weiter. Natürlich. Ich war das perfekte Opfer. Ich machte mich durch mein Verhalten selbst dazu. Er mobbte mich weiter, indem er mich beleidigte und mir Streiche spielte. Jeden verdammten Tag! Mich vor den anderen bloßzustellen war seine absolute Lieblingsbeschäftigung. Es gab immer irgendwas, womit er mich fertig machen konnte. Wieso eigentlich ich? Nur weil ich nicht so war wie alle anderen?
 Nach der Schule lag ich oft in meinem Bett auf dem Bett und weinte, weinte, weil es einfach nicht aufhören wollte, weil niemand mir helfen konnte. Die Lehrer taten nichts dagegen, schauten einfach nur weg. Irgendwann dachte ich schon ich sei selbst Schuld an dem Mobbing, was nur dafür sorgte, das es mir noch schlimmer ging. Alper pinkelte sogar einmal in meine Flasche (ich trank Gott sei Dank nicht davon) woraufhin ich diesmal zur Direktorin ging. Er wurde von der Schule verwiesen, da er schon zuvor noch viele andere Dinge angestellt hat. Danach hassten mich viele. War mein Verhalten falsch? Ich wusste einfach nicht, was ich tun sollte. Wusste mich nicht anders zu wehren. Die Schulzeit war einfach die Hölle. Eine Erleichterung, als diese endlich endete. 

Therapie


Was mache ich hier bloß? Es gibt viele Dinge in meinem Leben, die mich belasten, die ich einfach nicht verarbeiten kann. Sei es, weil ich auch nach Jahren noch daran denken muss, oder weil ich mit niemandem darüber rede. Um meinen Kopf frei zu bekommen, werde ich darüber schreiben, in der Hoffnung das es hilft. Es wird eine Art der persönlichen Therapie für mich sein.
Aber es wird nicht nur um Probleme o.ä gehen, ich werde auch schöne Sachen festhalten, damit ich sie nicht so schnell vergesse.

Ach, ignoriert mein Geschwafel einfach. :D


Eure Suki