Es war eine kalte Nacht im Herbst. Du hast mich Nachts gegen 1 Uhr angerufen und gefragt, ob ich noch vorbei kommen will. Natürlich, hab ich gesagt, immerhin sahen wir uns so selten. Also hab ich meine Schuhe angezogen und bin losgefahren, voller Freude darauf, dich in den Arm zu nehmen. Wir trafen uns in deiner Gartenhütte, in die du den Heizer reingestellt hast, weil mir immer so schnell kalt wurde. Ich weiß noch, wie süß und nett ich das einfach nur fand. Doch egal wie sehr ich mich darüber freute, eigentlich wollte ich nur in deinen Armen sein und von dir gewärmt werden.
Wir schoben die Rattanmöbel zusammen und legten sie mit Decken und Kissen aus, damit wir es schön gemütlich hatten.
Zusammen, nebeneinander, das Gesicht des jeweils anderen zugewandt, lagen wir da und erzählten. Erzählten von unserem Tag, unseren Träumen, der Vergangenheit und über uns. Am meisten ließ ich dich reden, weil ich es liebte, dir zuzuhören und dein Gesicht dabei zu beobachten. Gelegentlich brachte ich dich zum lachen, weil genau dieses das wohl schönste Geräusch auf Erden für mich war.
Wir hörten die ganze Zeit das Album von Casper "Hinterland." ♥
Du warst bereits seit über 24h auf den Beinen, also bist du irgendwann einfach mitten im Gespräch eingeschlafen, was mich erst recht lächeln lies. Mein Plan war ursprünglich, Nachts noch nach Hause zu fahren, da du bereits wieder früh raus musstest, um deinen Dad zu treffen, aber es war so wunderschön, dich einfach beim schlafen zu beobachten. Wovon du wohlst träumst, dachte ich mir. Ich schlief irgendwann selbst ein, allerdings immer nur für ein paar Minuten, weil ich dann viel lieber wieder dir zusah. Wie sehr ich dich liebte und mir wünschte, dieser Moment des Glücks würde nie vergehen.
Casper lief in Dauerschleife und ich lag da, hörte zu, summte gelegentlich mit.
Wann hat unser Glück begonnen, in eine Katastrophe umzuschlagen? Bereits vorher und ich redete mir alles gut, oder war es erst danach? Ich weiß es nicht, und das lässt mich immerzu darüber nachdenken. Hätte ich es verhindern können? Hätte ich etwas tun können, damit du mich genauso liebst, wie ich es tat?
Die Gedanken kreisen darum, wie all das nur passieren konnte.
Du fehlst mir noch immer, besonders dein Lachen und die kleinen Berührungen. Jetzt teilst du all das und vielleicht noch viel mehr mit deiner Neuen und es zerreißt mir wirklich das Herz, wenn ich nur an dich mit ihr denke.
Wann wird es aufhören weh zutun? Ich weiß es nicht.
Aber ich werde immer wieder an die Nacht in der Gartenhütte denken, denn genau dort spürte ich für einen Moment, wie sich wohl Glück anfühlen muss.