Donnerstag, 15. Februar 2018

Glück - zumindest für einen Moment

Es war eine kalte Nacht im Herbst. Du hast mich Nachts gegen 1 Uhr angerufen und gefragt, ob ich noch vorbei kommen will. Natürlich, hab ich gesagt, immerhin sahen wir uns so selten. Also hab ich meine Schuhe angezogen und bin losgefahren, voller Freude darauf, dich in den Arm zu nehmen. Wir trafen uns in deiner Gartenhütte, in die du den Heizer reingestellt hast, weil mir immer so schnell kalt wurde. Ich weiß noch, wie süß und nett ich das einfach nur fand. Doch egal wie sehr ich mich darüber freute, eigentlich wollte ich nur in deinen Armen sein und von dir gewärmt werden. 
Wir schoben die Rattanmöbel zusammen und legten sie mit Decken und Kissen aus, damit wir es schön gemütlich hatten. 

Zusammen, nebeneinander, das Gesicht des jeweils anderen zugewandt, lagen wir da und erzählten. Erzählten von unserem Tag, unseren Träumen, der Vergangenheit und über uns. Am meisten ließ ich dich reden, weil ich es liebte, dir zuzuhören und dein Gesicht dabei zu beobachten. Gelegentlich brachte ich dich zum lachen, weil genau dieses das wohl schönste Geräusch auf Erden für mich war.

Wir hörten die ganze Zeit das Album von Casper "Hinterland." ♥ 
Du warst bereits seit über 24h auf den Beinen, also bist du irgendwann einfach mitten im Gespräch eingeschlafen, was mich erst recht lächeln lies. Mein Plan war ursprünglich, Nachts noch nach Hause zu fahren, da du bereits wieder früh raus musstest, um deinen Dad zu treffen, aber es war so wunderschön, dich einfach beim schlafen zu beobachten. Wovon du wohlst träumst, dachte ich mir. Ich schlief irgendwann selbst ein, allerdings immer nur für ein paar Minuten, weil ich dann viel lieber wieder dir zusah. Wie sehr ich dich liebte und mir wünschte, dieser Moment des Glücks würde nie vergehen. 
Casper lief in Dauerschleife und ich lag da, hörte zu, summte gelegentlich mit.

Wann hat unser Glück begonnen, in eine Katastrophe umzuschlagen? Bereits vorher und ich redete mir alles gut, oder war es erst danach? Ich weiß es nicht, und das lässt mich immerzu darüber nachdenken. Hätte ich es verhindern können? Hätte ich etwas tun können, damit du mich genauso liebst, wie ich es tat? 

Die Gedanken kreisen darum, wie all das nur passieren konnte. 
Du fehlst mir noch immer, besonders dein Lachen und die kleinen Berührungen. Jetzt teilst du all das und vielleicht noch viel mehr mit deiner Neuen und es zerreißt mir wirklich das Herz, wenn ich nur an dich mit ihr denke.
Wann wird es aufhören weh zutun? Ich weiß es nicht.

Aber ich werde immer wieder an die Nacht in der Gartenhütte denken, denn genau dort spürte ich für einen Moment, wie sich wohl Glück anfühlen muss.

Samstag, 20. Mai 2017

Mein Baby spielt jetzt mit den Engeln!

Ich konnte nicht abschließen. 
Nicht abschließen damit, das mein Kind gestorben ist. Wusste einfach nicht,wie ich damit umgehen soll! Überall sieht man nur noch schwangere, Familien mit Babys. Das hat mir jedes mal das Herz zerrissen. Es ging soweit, das ich mich sogar von meiner Familie distanzierte. Immerhin ist meine Schwester ebenfalls schwanger, was mir jedes mal vor Augen geführt hat, was ich beinah gehabt hätte, aber nun erstmal nicht haben kann.
Daher überlegten sich meine Schwestern was ...

Gestern Abend sagten sie mir, ich solle vorbei kommen, sie hätten etwas mit mir vor. Ich war neugierig, denn hey, welche Frau ist das nicht? Also ab ins Auto und zwanzig Minuten später war ich 
auch schon bei Ihnen.

Was mich dort erwartete, hat mich einfach nur zu Tränen gerührt. 
Sie drückten mir einen Zettel in die Hand. 

"Schreib auf diesen Zettel, was du deinem Baby mit auf den Weg geben willst. Schreibe auf, was dir auf dem Herzen liegt. Diesen Zettel hängen wir dann an diesen Luftballon und lassen ihn in den Himmel steigen. Die ersten zwei Schnuller, die Mama gekauft hat, werden wir zudem noch vergraben. Wir beerdigen heute symbolisch dein Baby, denn wir denken, erst so kannst du richtig 
abschied nehmen." 

Ich war sprachlos. Das sich meine Schwestern solche Gedanken gemacht haben, hat mir nur wieder gezeigt, wie sehr ich meine Familie liebe.
Also hab ich das gemacht, wir haben die Hunde geschnappt und noch meine Mama abgeholt, und dann sind wir spazieren gegangen. An einer schönen, ruhigen Stelle haben wir die Schnuller vergraben und den Luftballon steigen lassen. Wir lagen uns weinend in den Armen und haben dem Ballon nachgeschaut. 

"Jetzt ist dein Baby bei den Engeln." 

Meine Schwester sprach das aus, was ich gefühlt habe.
Es war schön, denn ich hatte wirklich das Gefühl, mich endlich verabschieden zu können.
Jetzt geht es hoffentlich wieder bergauf. Ich werde mein Baby niemals vergessen, es immer in meinem Herzen und meinen Gedanken haben, aber ich werde endlich wieder von Herzen lachen können.

Samstag, 18. März 2017

Mein Sternenkind - Mein Wunder

Mein Sternenkind. Nie hätte ich gedacht, mal so einen Beitrag verfassen zu müssen. Ich war in der 12.SSW Woche, als ich während der Arbeit Blutungen hatte. Ich bin direkt ins Krankenhaus, natürlich mit der Annahme, ach wird schon nicht so schlimm sein. Es kann auch mal vorkommen, das 
man Blutungen hat aber alles 'In Ordnung' ist.

Ich lag auf diesem Stuhl, neben mir das Gerät, das mein Baby zeigte. Nur ohne Herzschlag. 
Das konnte sogar ich als Laie erkennen. Immerhin hat es 3 Wochen zuvor kräftig geschlafen und war mehr als deutlich zu sehen. 

Doch diesmal war da einfach nichts.



Es war nur 19mm groß, was bedeutet ich habe es schon zwischen der 9. und 10 SSW verloren. Wie konnte ich nicht bemerken, das mit meinem Baby etwas nicht stimmte? Hätte ich es verhindern können? Bin womöglich ICH Schuld am Tod meines Kindes? Fragen über Fragen, die sich in meinem Kopf tummeln. 



Meine Familie war am Boden zerstört, während ich zunächst fassungslos war. Ich konnte die ersten zwei Tage nicht trauern. Wie auch? Nicht einmal 24h nach dem Wissen, musste ich ambulant Operiert und mein Kind entfernt werden...

Doch heute, am dritten Tag, ist die Trauer groß. Ich vermisse mein Baby. 
Das Gefühl, etwas in meinem Bauch zu haben, das heranwächst und am 05.10.17 zur Welt hätte kommen sollen.

UNSER Wunder wäre das gewesen. 



Mein größter Schatz ist nicht mehr in meinem Bauch, aber immer in meinem Herzen. Das wird es immer sein. Der Schmerz wird weniger werden, aber nicht die Liebe.


---------------------------------------------------------------------------------









Mittwoch, 19. Oktober 2016

Die Liebe meines Lebens

Ich war 16 als ich mich geoutet habe. Viele Beziehungen oder so hatte ich nicht um Vergleichsmöglichkeiten zu haben, aber ich hatte damals viele Freunde die lesbisch waren.
 Vielleicht hat mich das unbewusst beeinfluss? Ich weiß es nicht. Nachdem es mit meiner Exfreundin dann zu Ende war, habe ich viel nachgedacht. 
Mir kam immer mehr in den Sinn es einfach mal mit einem Mann probieren zu wollen. Meine Ex war einfach zum abgewöhnen von Frauen :D

Denn man muss dazu sagen, da ich mich so früh geoutet hatte, war ich im Bezug auf Männer noch absolute Jungfrau ;) Das wollte ich ändern. Nicht nur wegen Sex, sondern allem. Ich will Kinder, eigene und Heiraten in der Kirche. Das volle, spießige Programm. 
Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Frisch getrennt und komplett gelöst von meiner Ex hatte ich dann Dates. Unzählige.
Denkt jetzt bitte nicht ich sei eine Schlampe, ich hab nicht mit diesen Männern geschlafen!! Ich bin da, wie schon erwähnt, spießig. Ich muss einen Menschen lieben, oder verliebt sein, um das zu tun. Ich wäre nie ein Typ für ONS.

Das ging viele Monate so. 1-2 Dates in der Woche. Alle waren nichts.


Bis zum 23.04.2015 (ein Mittwoch). Ich war, peinlich peinlich, bei Lovoo angemeldet und hab dann Khuni dort entdeckt. Wir haben Stunden miteinander geschrieben und eigentlich gar nicht mehr damit aufgehört. Er wollte mich unbedingt am gleichen Abend noch treffen aber ich wollte das erst Sonntags. Da ich an diesem Tag noch arbeiten musste und sonst direkt nach der Arbeit zu ihm hätte gehen müssen, und das ungeschminkt. 
Und ich würde NIE ungeschminkt zu einem Date gehen. Will ja nicht gleich die Person verschrecken. Er hat mich so lange "bearbeitet" bis ich also dann doch nachgegeben habe. Natürlich bin ich nach der Arbeit doch noch schnell nach Hause, hab die Katzen versorgte und mich doch noch etwas geschminkt. 
So, dann stand das treffen an. Ich kam zu ihm nach Hause, lernte nach einer Minute direkt seine Mutter kennen, mit der wir dann sogar direkt auf der Terrasse saßen und geraucht hatten.
Danach sind wir in sein Zimmer, zwei Stockwerke weiter nach oben und .. wow. Ich hab an diesem Abend einfach so viel geredet und von mir Preis gegeben. 
Weil ich diesem Mann sofort vertraute, sofort eine Verbundenheit da war und es "Liebe auf den ersten Blick" war. Ich dachte tatsächlich, das würde niemals bei mir geschehen. Ich bleib direkt 3 Tage am Stück bei ihm, war nur weg, wenn ich arbeiten musste oder meine Katzen versorgen musste. Wir waren ab dem ersten Tag unseres Treffens zusammen. 
Nur 1 1/2 Monate nachdem wir zusammen waren, habe ich meine Wohnung aufgegeben und bin bei ihm eingezogen. 
Hier wohne ich jetzt mit meinen Katzen bereits also seit etwa 1 Jahr und 3 Monaten. Und ich bereue nichts davon. Denn ich liebe diesen Mann abgöttisch. Man könnte wirklich sagen, er ist die Liebe meines Lebens. 
Der Mann, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. 
Den ich heiraten und mit ihm Kinder bekommen möchte.
Er zeigt mir, was Liebe bedeutet. Was es bedeutet, immer füreinander da zu sein und hinter einem zu stehen. Das wir diesen Weg jetzt gemeinsam bestreiten, nie wieder alleine. 

Ich kann ganz einfach sagen: Ich bin glücklich und angekommen. ♥

Samstag, 15. Oktober 2016

Zerstörtes Vertrauen

"Du schreibst einen Eintrag über deine Ex? Bist du etwa noch nicht über hinweg?"

Dieser Blogeintrag hat zwar mit meiner Ex-Freundin an sich zu tun, aber nicht damit, das ich nicht darüber hinweg bin und sie mir fehlt. Das tut sie definitiv nicht.

Hier geht es darum, wie diese Person es geschafft hat, in 2 1/2 Jahren mein komplettes Vertrauen in die Menschheit zu zerstören.
Nennen wir meine Ex in diesem Eintrag einfach mal .. "R" - sonst verwirre ich euch vielleicht noch.

Wir haben uns damals über Animexx kennengelernt. Viel SMS geschrieben und telefoniert. Das ganze kennenlernen ging etwa 1 1/2 Monate, dann kamen wir am 5.11.11 zusammen. Es war alles super, total verliebt und das ganze bla bla. Dann meinte sie zu mir sie hätte gerne wieder Kontakt zu ihrer Ex-Freundin, weil sie noch ein paar Dinge mit ihr zu klären hätte. Danach wolle sie keinen Kontakt zu ihr pflegen, eben nur etwas klären. Gut, das war für mich in Ordnung, denn ich war nicht eifersüchtig und habe ihr zu 100 % vertraut.

Doch irgendwann bemerkte ich, wie tief dieser Kontakt ging. Das er weiter bestand und täglich war. Den ganzen Tag immer wieder SMS ausgetauscht wurden oder auf Twitter geschrieben wurde. Es ging so weit, das besagte Ex von ihr sogar schrieb "Lass uns doch Freund mit gewissen Vorzügen sein?!" R hat nichts dagegen getan. Mir zwar davon erzählt, aber weiterhin den Kontakt zu ihrer Ex gehalten. Mir irgendwann auch gesagt, ihre Ex sei ihr momentan wichtiger als ich, da die beiden einfach mehr gemeinsame interessen hätten. Klar, wir hatten anfangs nicht viel gemeinsam, aber es kam im Laufe der Zeit immer mehr dazu, was uns verband!

Ihre Ex beleidigte mich sogar, und R tat absolut nichts dagegen!

Jeden Tag konnte ich nachlesen, was die beiden auf Twitter schrieben. Sie flirteten schon fast. Ob Spaß oder Ernst, war einfach nicht zu erkennen. Da es so sehr weh tat das immer zu lesen, löschte ich sogar meinen Twitter Account. Lieber die Augen verschließen. Etwas, das ich schon immer gut konnte.

Ich weinte täglich, weil mich mittlerweile die Eifersucht zerfraß und dieser Gedanke, das ich wohl einfach nur zweite Wahl war. Also stellte ich R vor die Wahl. Entweder ich, oder ihre Ex. Einer von beiden. Nicht beide.

Irgendwas musste sich einfach ändern, denn wir stritten wirklich täglich!

Ohne dieses Ultimatum wäre ich kaputt gegangen. Das es danach nur noch schlimmer werden würde, das hätte ich nie für möglich gehalten. 
Doch eins nach dem andern.
Sie entschied sich für mich und sagte, sie würde den Kontakt zur Ex abbrechen. Behauptete sogar, ihren Twitteraccount zu löschen.

Hahahahaha, das ich überhaupt irgendwas davon geglaubt habe.

Natürlich hatte ich mich riesig darüber gefreut. Nur vertrauen konnte ich der Sache noch nicht ganz, aber ich verdrängte alle schlechten Gedanken einfach. 

Im nachhinein betrachtet muss ich sagen, zu dem Zeitpunkt hatte unsere Beziehung schon einen riesen knacks erlitten, aber huch, welche Überraschung, ich verschloss schon wieder die Augen vor allem.
Sogar davor, das ihre beste Freundin auf R stand, ich das wusste und R auch. Und sich da schon fast das gleiche abspielte, wie bei der Ex.

Fast 2 Jahre nachdem wir zusammen gekommen waren, sind wir dann in unsere eigene Wohnung in ihrem Heimatort gezogen. Knapp 100km von meiner Heimat entfernt.

Ich dachte das Heimweh würde sich bestimmt nach einiger Zeit legen, aber dem war nicht so. Ich verdrängt es, wie alles, aber innerlich tat es einfach nur schrecklich weh, so weit von zu Hause entfernt zu sein. 

Denn auch in der gemeinsamen Wohnung wollte unsere Beziehung einfach nicht besser laufen, da hätte ich meine liebsten einfach in der Nähe gebraucht.

Durch Zufall nämlich, da ich mich wieder bei Twitter anmeldete, hab ich gesehen das meine Ex noch immer angemeldet war. Seit über einem Jahr weiterhin den Kontakt zu ihrer Ex hielt und mich über ein Jahr einfach nur kackendreist angelogen hatte. 
Vertrauen? Gab es ab da keins mehr. Das war weg. Ich lies sie absolut nicht mehr an mich ran. Körperlich und emotional nicht. Doch hatte ich Angst Schluss zu machen, da ich sonst komplett ohne Wohnung dastehen würde. Also versuchte ich irgendwie, diese Gefühle für sie wieder zubekommen. Mich wieder in sie zu verlieben. 

Aber es ging nicht. Ich war ca. im Oktober/November 2013 nicht mehr in sie verliebt. Ich hab ihr das nicht gesagt, ich weiß das war unfair.
Januar 2014 habe ich dann aber reinen Tisch gemacht und R gesagt, ich sei mir meiner Gefühle nicht mehr sicher und müsste mir darüber erstmal klar werden. 

Aus dem Grund wollte ich über das Wochenende zu meinen Eltern gehen, einfach abschalten.
Ich kam allerdings am nächsten Tag wieder nach Hause, nachdem ich ein ausführliches Gespräch mit Mama und meiner Schwester geführt hatte, und nun einiges mit R zu klären hatte.

Die sagte mir aber beim eintreten dann, sie hätte sich in ihre beste Freundin verliebt und sich bisher einfach nicht getraut, es mir zu sagen!!

Ich war am Boden zerstört. Nicht, weil ich noch Gefühle für sie hatte, nein, ich fühlte mich einfach betrogen!

Es geschahen noch einige Dinge, relativ unwichtige Dinge dazwischen mit viel hin und her, bis ich anfang April 2014 dann entschied Schluss zu machen. Endgültig.

R beschloss zu dem Zeitpunkt doch um mich zu kämpfen, aber ich lies mich nicht drauf ein. Die Gefühle waren schon vor Monaten erloschen.
Schlussendlich zog ich vorrübergehend zu meinen Eltern, bis ich eine eigene Wohnung gefunden hatte.

Diese Geschichte ist der Grund, weshalb ich in Beziehungen so schwer vertrauen kann. Mir wurde oft gesagt, es wäre nichts um sich sorgen zu machen, aber an R sieht man ja, das ich mit meinen befürchtungen Recht hatte. 

Mein Gefühl hat mich nicht im Stich gelassen.
-----------

Heute, gut 2 1/2 Jahre nach der Trennung geht es mir gut. Ich lerne ganz langsam, meinem jetzigen Partner in ALLEN punkten zu vertrauen. Ich weiß er würde mich nie betrügen. Mein Gefühl sagt mir das einfach. Ich bin froh um die Sache mit R. Denn ich konnte an den Erfahrungen wachsen.

Freitag, 8. Januar 2016

Veränderung

Mobbing verändert die Menschen. 

Hatte man zuvor noch zumindest etwas Selbstbewusstsein, dann war das danach komplett zerstört. Man selbst war kaputt.

So geht es mir. 

Das Mobbing in der Hauptschule und auch in der Ausbildung hat mich verändert.
Ich bin unsicher, zweifle ständig an mir. Traue mich nicht zu sagen, was ich denke. Ich halte lieber 
meine Klappe. Im privaten wie auch im beruflichen Umfeld.
Ich traue den Menschen nicht mehr zu 100%, so wie ich es zuvor tat. Ich denke immer, gleich tu ich etwas, das nicht richtig ist, dann geht alles wieder von vorne los.

Seit der Ausbildung habe ich Angst vor jedem Job, vor jedem Fehler den ich dort machen könnte. Denn was ist, wenn ich wieder so behandelt werde, wie damals von meiner ehemaligen Chefin?
Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich zur Zeit arbeitslos bin. In den Einzelhandel möchte ich nicht mehr, weil mich das so fertig macht, da ich IMMER an die Ausbildung zurückdenke. Ich verbinde den kompletten Einzelhandel mit dieser schrecklichen Zeit.
Doch was tun, wenn nicht EH? Ich kann nur das. 

Denkt daran, wenn ihr einen Menschen schlecht behandelt
Es könnte ihn verändern, für immer. Es könnte ihn mehr verletzen, als ihr denkt. Ihr zerstört mit Mobbing und Hass so verdammt viel. 

Mobbing Part 2

Part 2


Wir schreiben das Jahr 2008. 
Nachdem ich die Hauptschule abgeschlossen hatte, bekam ich zum Glück auch direkt eine Ausbildungsstelle. Am 01.09 hab ich meine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei REWE begonnen. Anfangs war einfach alles super. Ich hatte wahnsinnig viel Spaß, wahnsinnig tolle Kollegen und eine echt super Chefin. Mit dieser hatte ich sogar privat was gemacht. Wir waren zusammen mit ihrem Mann sogar bei einem Fußballspiel. Die Harmonie hat ungefähr bis ins zweite Lehrjahr angehalten. Dann plötzlich veränderte sich die Chefin. Sie mobbte einfach alles und jeden, egal ob jung oder alt, egal ob die Mitarbeiter schon Jahre angestellt waren oder erst kürzlich zum Unternehmen kamen. Auch ich wurde nicht verschont, besonders ich nicht, sollte ich sagen. Es reichte schon aus, wenn man nicht eine Minute nach dem verräumen der Ware den Lieferschein kontrolliert hatte. ZACK! Man wurde regelrecht angeschrien, wieso das nicht unverzüglich erledigt wurde. Das man noch einen etwas längeren Weg von Kühlung bis zum Büro brauchte um es zu kontrollieren, das war völlig egal. 
Nehmen wir mal Samstags als Beispiel. Jeder kennt das doch, Samstags ist in Supermärkten die absolute Hölle los. Jeder Verbraucher, der unter der Woche nach der Arbeit nur das nötigste kaufen wollte, nutz also den Samstag um wie Vorräte wieder aufzufüllen. Dementsprechend ist natürlich für uns Mitarbeiter auch an der Kasse viel los.
Wurde eine 2. oder 3. Kasse gerufen, wurde die 1. Kassiererin angemeckert, sie sollte doch ihren Arsch bewegen und schneller kassieren. Und all das wurde VOR den Kunden gemacht. Man wurde geradezu bloßgestellt. Es war einfach nur peinlich, denn die Kundschaft schaute einen dann natürlich mitleidig an.
Man konnte nichts dazu, wenn man 2. oder 3. Kasse war, aber laut der Chefin schon. Auch dafür wurde man dann angeschnauzt, direkt vor der Kundschaft.
So war es immer. Es wurde nicht im Büro unter 4 Augen geklärt, nein, sie machte es immer vor der Kundschaft. Das war mehr als nur erniedrigend.

War man krank, wurde man am Telefon angeschrien, man solle sich nicht so anstellen. Es wäre egal ob ich fast 40 °C Fieber hätte, damit könnte ich ja zumindest an die Kasse gehen.
VERDAMMTE SCHEIßE, WIR ARBEITEN MIT OFFENEN LEBENSMITTELN! 
Sollte ich etwa jeden anstecken?? Das ging das letzte Ausbildungsjahr immer so weiter, sie mobbte uns, wo sie nur konnte.
Als es mir reichte, hatte ich dem Bezirksleiter davon erzählt. Aber welch Überraschung, er glaubte mir nicht, denn die Chefin war sein absoluter Liebling.
Ich war verzweifelt. Mehrmals drauf und dran, die Ausbildung abzubrechen. 
Aber ich zog es durch. Ich arbeitete sogar nach meiner Ausbildung noch weitere zwei Jahre dort. Erst als meine Chefin wegen Burn Out ausfiel, traute ich mich zu kündigen. Sie war ja nicht da und bekam es nicht mit. Ich hatte noch 4 Wochen, bevor ich endlich verschwinden konnte.
Nur leider hieß es dann, sie kommt wieder zurück. Also ließ ich mich 3 Wochen aufgrund von Mobbing krankschreiben und war weg.

Seitdem hab ich sie nie wieder gesehen.